Archive for the ‘Neues von der Quinta’ Category

Ein Morgen wie viele im Winter auf der Quinta das Figueiras: Die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne durchbrechen die Abwärtsspirale der nächtlichen Temperaturen, die Taunässe oder der Frost verflüchtigen sich in der Luft und verwandeln sich fortschreitend in Nebel, der in mehr oder weniger dichten Schwaden gegen den blauen Himmel aufsteigt. Als bald trübt sich das Licht des Tages, dessen Beginn so klar und strahlend gewesen war. Doch nicht immer ist es das gleiche vorhersehbare Spiel der Natur; es ergibt sich hin und wieder, dass sich die Wolken an den Boden kauern, sich an die Kontur des Geländes schmiegen, und dabei sich in die tieferen Bereiche verkriechen als suchten sie Schutz vor einem unbekannten Feinde. Durch schicksalshafte Fügung ereignet es sich nun, dass die wogende Oberfläche des Nebel-Meeresspiegels quer durch unser bescheidenes Stück Land verläuft.

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Zwei. Neun. Fünf. Rot beleuchten die Ziffern der digitalen Waage das zögerliche Lächeln auf unseren Gesichtern. Zweihundertfünfundneunzig Kilogramm Oliven stapeln sich vor uns; verborgen in einem Berg aus Jutesäcken. Damit haben wir das Mindestgewicht gerade noch eben knapp angekratzt; fünf Kilo mehr oder weniger – so genau nimmt es hier niemand. Ein kontrollierender Blick unsererseits auf die Bestätigung ausdrückenden Gesichtszüge der „Frau von der Olivenpresse“ (mittlerweile hat sie auch einen Namen: Senhora Elisabete) enthüllt: Wir haben es geschafft!

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